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Ödes Campleben

Erstellt von René am Samstag 17. Januar 2009

Heute möchte ich als erstes vielen Dank sagen für die vielen besorgten Nachfragen und Besserungswünsche bezüglich meines letzten Beitrages! Mir geht bereits seit einigen Tagen wieder super, zumindest was den Durchfall betrifft. Ich habe als diese Indischen-Wundertabletten nicht geholfen haben dann doch meine eiserne Ration Antibiotika angebrochen, dieses hat dann wirklich Wunder gewirkt!

 Heute ist mal wieder Wochenende, Freitag ist ja in islamischen Ländern der „Sonntag“, meistens ist es auch der einzige freie Tag der Woche. Wer wollte denn auch noch mehr frei haben hier im Sudan? Es ist wirklich nicht viel was man hier machen kann. Wahrscheinlich werde ich jetzt dafür bestraft das ich den letzten und auch den heutigen Freitag sehr faul verbracht habe, indem es ab sofort wegen der Arbeit keine Möglichkeit mehr geben wird frei zu machen.

 Was kann man im Camp alles machen? Eigentlich ist für die Beschäftigung schon gesorgt, es gibt einen Volleyballplatz, einen Pool, einen Billardraum und wahrscheinlich auch noch ein paar anderen Dinge. Für den Volleyballplatz war ja auch kaum Aufwand nötig, Sand war ja schon da! :-)

Der Pool ist auch nicht wirklich gross, aber zum abkühlen ist es sicherlich toll, wenn ich auch bis jetzt noch nicht gesehen habe das es genutzt wurde. Ich habe allerdings schon zweimal seit ich hier bin gesehen das nasse Fussabdrücke am Pool waren. Das im Pool badende Phantom habe ich allerdings noch nicht gesehen.

Der Internetzugang war natürlich heute wieder total für den Arsch, ist ja klar, alle Leute im Camp sind gelangweilt und prompt bricht der Schei…. der langsame Zugang total zusammen.

 Was kann man noch machen? Ja man kann natürlich lecker essen gehen, naja „lecker“ eben… Es ist genau das Essen was ich ja eigentlich in Nepal in der Kantine erwartet hätte, eben dieses europäische Essen was von einem Inder gekocht wird, nur hier ist es eigentlich noch schlimmer. Schlimmer weil sie versuchen europäisch zu kochen aber keine Ahnung davon haben. Ich mache niemandem zum Vorwurf das er nicht deutsch oder französisch kochen kann, aber wenn man es nicht kann dann sollte man es auch nicht tun, zumindest nicht als Kantinenkoch für 100 Leute!

Das Essen ist dann obendrein auch noch monoton, jeden Donnerstag gibt es abends das Highlight, Hähnchen vom Grill, dazu Spaghetti Bolognese. Das ist verglichen mit Sonntag Freitag wo es zähes Fleisch mit Gemüse und Reis gibt ein Gaumenschmaus.

 Was ich mir wünsche wenn ich zurückkomme? Naja ein Schnitzel mit Kartoffel und Salat, was sonst!

 Was habe ich dann heute noch gemacht, naja erst mal heisst es ausschlafen, damit man einfach nicht zu viel Zeit sinnlos totschlagen muss. Nachdem aufstehen kam dann das Mittagessen, es gab Hähnchen – gestern war wohl noch was übrig – mit Kartoffelpüree, dazu Grünebohnen. Leider Bohnen ohne Speck, ist ja islamisch hier und Rinder haben bestimmt keinen Speck, genau wie Ziegen oder Schafe, Hühner sowieso nicht und Gänse…

Nach dem Essen ein bisschen Internetsurf-Versuch, zu langsam, nicht zu gebrauchen… Erster Film, erst mal einen auf der Festplatte finden der noch nicht zu oft geschaut wurde. Film hiess von Frau zu Frau, em nichts versautes, ein Kinofilm! Ein paar Minuten geschaut, dann der nächste Film, „Sie nannten Ihn Mücke“ usw…

 Um 14 Uhr war der Friseur da, ich habe Ihn gestern bestellt, werde ich ab sofort alle zwei Wochen machen, bringt Abwechslung ins Monotone. Oh wenn der alle zwei Wochen kommt dann ist es ja auch wieder monoton. Das ist eine verzwickte Lage.

 Dieser Artikel soll nicht falsch verstanden sein, ich fühle mich eigentlich wohl hier, aber Sarkasmus und überspitzte Darstellung sind eben einfach lesenswert und vor allem viel interessanter als eine blosse Schilderung des langweiligen Tagesablaufs hier.

Morgen beginnt eine neue Woche und der interessante Arbeitsalltag geht wieder los!